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S´ Krippala luege, frühner…


Wenn man heute, etwa bei den Krippenausstellungen, die Senioren frägt: „Wie war das zu Ihrer Jugendzeit?“ – Dann leuchten meist die Augen. S´Krippala luege gehört zu den ältesten Jugenderinnerungen. Man besuchte die Verwandten und Nachbarn und lobte die Krippenbauer, wenn es wieder Neues zu besichtgen gab. Wir haben den, im Allgäu weit bekannten Heimatkundler und Botanikführer, Pius Lotter, noch kurze Zeit vor seinem Tod, zu einer Diskussion über Krippenerinnerungen eingeladen. Mit seiner, vom Radio und Fernsehen unverwchselbaren Stimme berichtete er: Weihnachten begann mit der Christmette und danach gab es noch ein paar kleine Geschenke. An den Feiertagen und Sonntagen bis Maria Lichtmess ging man dann „Krippala luege“. Das war für uns Kinder immer ein Fest. Gerade bei den „größeren“ Bauernnachbarn gab es Plätzla soviel man essen konnte.Später, als junger Mann, fuhr man dann schon ins östereichische Außerfern. Da gab es neben Verwandten auch Verbindungen, die mit der Almbewirtschaftung zusammen hingen, z.B. in Nesselwängle bei Reutte. Die Nesselwanger Kühe hatten damals schon Ferien im Außerfern. Die Krippenfahrten waren vom Tiroler Stil her interessant, aber auch ein „bissl gfährlich“ da wir überall mit einem Stamperl „Gloria-Wasser“ begrüßt wurden. Anfang des 20. Jahrhunderts gab es in Tirol bereits Krippenvereine und dann auch bei uns.
1929 wurde ein Krippenverein in Nesselwang gegründet; aber wie so viele religiös ausgerichtete Vereine, war ein Überleben in der Zeit des Nazionalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs nicht möglich.